Meetings sind der Ort, an dem Führung sichtbar wird. Oder eben Unsicherheit.
Gute Meetings schaffen Klarheit, Tempo und Verbindlichkeit. Schlechte Meetings kosten Energie, Fokus und Vertrauen.
Und genau deshalb lohnt es sich, Meetings nicht einfach zu „machen“, sondern bewusst zu gestalten.
Warum Meetings so oft enttäuschen?
Fast jeder kennt dieses Gefühl: Du verlässt ein Meeting und fragst dich: „Was genau haben wir jetzt entschieden?“
Studien zeigen, dass Führungskräfte bis zu 50 % ihrer Arbeitszeit in Meetings verbringen, ein Grossteil davon jedoch als ineffizient empfunden wird (Harvard Business Review).
Der Hauptgrund ist selten fehlende Kompetenz. Es ist fehlende Struktur über den gesamten Meeting-Lebenszyklus.
Denn Meetings scheitern nicht im Raum. Sie scheitern davor – oder danach.
Drei Phasen, die über Erfolg oder Frust entscheiden
1️⃣ Vorbereitungsphase – Die halbe Miete
Hier entscheidet sich, ob ein Meeting Sinn macht.
- Warum treffen wir uns?
- Was soll am Ende anders sein?
- Wer muss wirklich dabei sein?
Kein Ziel = kein Meeting. So einfach. So konsequent.
2️⃣ Durchführungsphase – Fokus halten
Hier zeigt sich Führung im Verhalten.
- Wird das Ziel präsent gehalten?
- Wird strukturiert diskutiert?
- Werden Entscheidungen ermöglicht?
Ohne klare Führung wird jedes Meeting zum Debattierclub.
3️⃣ Nachbereitungsphase – Wirkung erzeugen
Hier trennt sich Gespräch von Ergebnis.
- Wer macht was?
- Bis wann?
- Woran merken wir, dass es erledigt ist?
Ohne Nachbereitung bleibt jedes Meeting folgenlos.
5 Praxisimpulse, die sofort wirken
Bevor wir über Tools sprechen, zuerst das Fundament:
- Ein Meeting ohne Ziel ist respektlos gegenüber Zeit
- Weniger Teilnehmende = mehr Verantwortung
- Diskussion braucht Zeitboxen, keine Geduld
- Entscheidungen müssen hörbar ausgesprochen werden
- Verbindlichkeit entsteht nicht im Kopf, sondern im Wort
Diese Punkte wirken banal. In der Praxis werden sie erstaunlich oft ignoriert.
Die Meetingpoint-Formel (4 Schritte)
Wenn du Meetings einfach und wirksam strukturieren willst, nutze diese Dramaturgie:
- Fokus setzen
Warum sind wir hier? Was ist das Ziel? - Orientierung schaffen
Fakten, Kontext, Ausgangslage – kurz und sachlich. - Dialog führen
Optionen, Meinungen, Perspektiven. Hier entsteht Qualität. - Entscheidung & Verbindlichkeit
Wer macht was bis wann?
Diese Struktur ist kein starres Korsett. Sie ist ein mentaler Rahmen, der Orientierung gibt.
Golden Rules – Die ungeschriebenen Gesetze guter Meetings
Zum Mitnehmen. Zum Anwenden. Zum Wirken.
- Kein Smartphone auf dem Tisch
- Ausreden lassen – immer
- Eine Person spricht, alle hören zu
- Meinungen sind willkommen, Endlos-Schleifen nicht
- Konflikte gehören ins Meeting – nicht danach
- Entscheide werden festgehalten, nicht erinnert
- Pünktlich starten ist ein Führungsstatement
- Wer nichts beitragen kann, muss nicht dabei sein
Diese Regeln verändern nicht nur Meetings. Sie verändern Zusammenarbeit.